Bauer unser

Dokumentarfilm von Robert Schabus, AT 2016.

„Ein Liter Milch ist billiger als ein Liter Mineralwasser.“ Nach We feed the World und More than Honey beschäftigt sich diese österreichische Doku mit den drängenden Problemen der Landwirtschaft. Robert Schabus, selber in der elterlichen Landwirtschaft groß geworden, porträtiert sechs ganz unterschiedliche Bauern und seine Bilanz fällt eindeutig aus: So kann es nicht weitergehen! Das Thema geht uns alle an!

Gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt zeigt der Film, wie es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: Es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie - schneller, billiger, mehr - stellen die meisten von ihnen in Frage. Effizient ist unser Agrarsystem allerdings nicht: 40 Prozent der derzeit weltweit in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden verschwendet oder gehen irgendwo auf dem Weg zwischen Produzenten und Konsumenten verloren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ließen sich derzeit global 12 Milliarden Menschen ernähren - ohne radikale Umstellungen, einfach nur durch eine nachhaltigere Verteilung und Nutzung der Nahrungsmittel.

"Bauer unser" ist ein sehenswerter Film, der zeigt, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Es sind keine rosigen Bilder, und doch gibt es Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Vorarlberger Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Weinviertler Bio-Schafzüchterin Maria Vogt händisch Schafe melkt und frohlockt, Hey, es geht ja auch ganz anders! "Bauer unser" ist ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen - und auch als KonsumentIn das Bekenntnis abzulegen: "Bauer unser".

 

AB 0 JAHREN / 92 MINUTEN