Crazywise OmU

Mittwoch, 7. März, 20.00 Uhr

Diskussion mit Regisseur Phil Borges und Dipl.-Psych. Dr. Eugene Epstein (Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Wilhelmshaven)

Die Ausgangsfrage des Films lautet "Was können wir von denen lernen, die ihre psychologische Krise in eine positive Erfahrung ihrer persönlichen Entwicklung verwandelt haben?" Angeregt durch seine eigenen Dokumentararbeiten über den Umgang mit „Psychosen“ und anderen ungewöhnlichen Bewusstseinszuständen in indigenen Kulturen, beleuchtet Borges in seinem neusten Werk die zunehmende Krise der

biomedizinisch dominierten Psychiatrie in den USA. Er entdeckt eine wachsende Bewegung von Fachleuten und Psychiatriegeschädigten, die sich für alternative Behandlungsformen einsetzen. Hierbei spielen soziale Aspekte und Refraimingprozesse eine große Rolle, und es wird mehr

Gewicht gelegt auf Wiedergewinnung der eigenen Würde, auf Sinnfindung und die Entwicklung zwischenmenschlicher

Verbundenheit.

CRAZYWISE folgt zwei jungen Amerikanern, die beide mit der Diagnose "Psychose“ versehen wurden. Adam, 27, leidet an den verheerenden Nebenwirkungen seiner Medikamente bevor er sich auf seiner Suche nach Genesung der Meditation zuwendet. Ekhaya, 32, überlebt Missbrauch und mehrere Selbstmordversuche; erst durch ihre spirituelle Ausbildung zu einer traditionellen südafrikanischen Heilerin wird ihrem Leiden

Bedeutung und ihrem Leben einen tieferer Sinn verliehen. CRAZYWISE zielt nicht darauf ab, die indigene Weisheit zu romantisisieren oder die westliche Behandlungsweise völlig zu verurteilen. Nicht jede indigene Person, die eine Krise durchleidet, wird Schamane, und manche Menschen profitieren von westlichen Medikamenten.

Trotzdem können wir etwas davon lernen, wie indigene Völker ungewöhnlichen Bewusstseinszuständen mit großer Akzeptanz

begegnen, und wie ihre Rituale und Metaphern ihr Verhältnis zur Welt stärken und ihre Beziehungen untereinander vertiefen.

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