Psychoanalyse & Film

Schon im zehnten Jahr in Folge stellen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker aus der Region in den kommenden Monaten ausgewählte Filme vor. Im Anschluss an die Filmvorführung werden sie in einem Vortrag ihre – psychoanalytische – Sicht auf den Film präsentieren und mit dem Publikum diskutieren.

Karten können Sie ab einer Woche vor der jeweiligen Veranstaltung reservieren oder kaufen.

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Alles was kommt

24. April 2017 um 19.30 Uhr:    

Christa Hoffmann, Psychoanalytikerin DPV/IPA

Von Mia Hansen-Love mit Isabelle Huppert, André Marcon u.a., F/D 2016, 100 Min.
Die Philosophielehrerin Nathalie steht mit beiden Beinen fest im Leben. Als ihr Mann sie nach 25 Jahren Ehe plötzlich für eine Andere verlässt, ihre Mutter ins Altersheim muss und ihr Verlag den Vertrag kündigen will, droht ihr Leben aus den Fugen zu geraten. "Alles was kommt" ist ein starkes Frauenporträt und zugleich eine warmherzige Reflektion über Umbrüche, Älterwerden und Sinnsuche. Isabelle Huppert brilliert in einer Paraderolle als Nathalie und changiert subtil zwischen Trotz und Traurigkeit, Stärke und Zerbrechlichkeit. Mit feinem Gespür für leise Töne inszeniert Mia Hansen-Løve eine persönliche Suche nach neuen Wegen und wurde dafür bei der Berlinale 2016 mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet.

Die Blechtrommel – Director’s Cut

15. Mai  2017 um 19.00 Uhr:

Marita Barthel-Rösing, KJ Psychoanalytikerin DPV, Gruppenanalytikerin, Gruppenanalytische Supervisorin D3G

Christian Warrlich, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker DGPT, Gruppenanalytiker D3G

Von Volker Schlöndorff, mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Katharina Thalbach, D/F 1979, 165 Min., Director’s Cut
Mit drei Jahren beschließt Oskar Matzerath, nicht mehr zu wachsen. Niemals will er Teil der scheinheiligen Erwachsenenwelt sein. Mit seinem schrillen Schrei und seiner Blechtrommel protestiert er gegen seine Umwelt und gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Vielschichtig geht es im Film um den Versuch, das Ausgeliefertsein an eine unerbittliche Realität mit Allmachtsvorstellungen zu bewältigen. Nach mehr als einem halben Jahr Arbeit präsentiert Volker Schlöndorff 2010 mit diesem „Directors Cut“ die Urfassung seines Meisterwerks von 1979.