Milchkrieg in Dalsmynni

Island: Begegnungen 2022

Eine Filmreihe in Kooperation mit der Stadt Oldenburg

Mo., 26. Sept. um 20.00 Uhr: Milchkrieg in Dalsmynni

Héraðið.Von Grimur Hákonason mit Arndis Hrönn Egilsdottir u.a., ISL/DK/DE/F 2019, 92 Min., isländ. Originalfassung mit dt. Untertiteln

Inga und Reynir betreiben in der isländischen Provinz eine kleine, hochverschuldete Milchfarm. Inga hat jung geheiratet und ihr Leben damit verbracht, Kinder großzuziehen und eine gute Ehefrau zu sein - obwohl die Liebe inzwischen verblasst ist. Die Kinder sind inzwischen ausgezogen und Inga ist einsam. Ihre tägliche Routine besteht aus dem Haushalt und der ständigen Kontrolle und Überwachung der inzwischen fast vollständig automatisierten Milchfarm. Nachdem Reynir bei einem Autounfall ums Leben kommt, versucht Inga die Farm alleine zu bewirtschaften. Damit steht sie plötzlich als Frau inmitten einer von Männern dominierten, konservativen Gemeinde und muss mit der Kooperative über die katastrophale finanzielle Situation verhandeln, die ihr Mann hinterlassen hat. Mit der Zeit gewinnt sie immer tiefere Einblicke in die Machenschaften der Kooperative und erkennt, dass alle Bauern in der Gemeinde von dieser abhängig gemacht und erpresst werden. Doch Inga wehrt sich. Unter Einsatz von sozialen Medien und stinkender Gülle macht sie ihren Standpunkt klar.

Einer der wichtigsten isländischen Regisseure ist Grímur Hákonarson, der 2015 für Sture Böcke mit dem Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard in Cannes ausgezeichnet wurde. Milchkrieg in Dalsmynni ist sein neuester Film und er beweist vor der malerischen Kulisse Islands, dass es manchmal nur einer Person bedarf, um Änderungen zu bewirken. Mit Inga (großartig: Arndís Hrönn Egilsdóttir) hat Hákonarson eine starke weibliche Hauptfigur erschaffen, die es im Alleingang gegen eine korrupte landwirtschaftliche Kooperative in ihrem Bezirk aufnimmt. Der Film feierte seine Premiere im Wettbewerb des Toronto Filmfestivals 2019.

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AB 6 JAHREN / 92 MINUTEN